Glücklich, wer volle Auftragsbücher hat. Doch für manchen Mittelständler
bringen Großaufträge zunächst das Problem der Vorfinanzierung mit sich.
Immer mehr Unternehmen lösen die Finanznot über Leasing.
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RKW ist das
Kürzel des Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen
Wirtschaft, eines gemeinnützigen und vom Bundesministerium für
Wirtschaft sowie den Spitzenverbänden getragenen Vereins. Das RKW
ist die Anlaufstelle für Mittelständler bei Akutberatungen. Gerade
im Mittelstand ist die schnelle Beratung dringend nötig, auch wenn
es darum geht, sich im Anbieter- und Konditionendschungel der
Finanzdienstleister zurechtzufinden. Statt zu klagen, beginnen
Unternehmer und ihre Organisationen, sich selbst zu helfen. In
Leipzig geschieht dies unter dem Dach des RKW Sachsen. Heutzutage
reicht es nicht mehr, nach klassischer RKW-Manier bei Investitionen
zu beraten, denn die zurückhaltende und zinstreibende Kreditvergabe
der Geldinstitute beschert Chefs mindestens ebenso große Probleme,
heißt es in Leipzig. Als einzige der regional selbstständigen, stets
dem Gemeinwohl verpflichteten RKW-Organisationen heuerte Leipzig im
vergangenen Jahr mit dem Leasing- und Factoringspezialisten Hagen
Gerstenberg einen eigenen Experten an. Da sein Wirken nicht auf
Sachsen beschränkt ist, profitieren auch Mittelständler aus anderen
Bundesländern von Gersters Wissen.
Von der Initative zur Zweckgemeinschaft
In Baden-Württemberg wurde aus einer Selbsthilfe-Initiative von
Unternehmern im Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW)
und von Professoren ein spektakulärer Erfolg: Was ursprünglich als
mittelständischer Cash-Pool geplant war, konkretisierte sich im
April dieses Jahres schließlich als Zweckgemeinschaft KMU Financial
Services. Nach dem Muster einer Einkaufsgenossenschaft verschaffen
sich hier kleine und mittlere Unternehmen Informationsvorteile sowie
durch Größeneffekte bessere Konditionen bei Finanzierungspartnern.
"Der Druck in Finanzierungsfragen ist enorm", sagt Mitinitiator
Klaus Siedle, der zugleich Reutlinger BVMW-Chef ist. "Wir helfen mit
Know-how aus einem Netzwerk von Unternehmensberatern,
Wirtschaftsprüfern, Anwälten und Professoren der hiesigen European
Business School." Wer davon profitieren will, muss allerdings als
Kommanditist mitmachen. Mindesteinlage: 4000 Euro. Beide
Unternehmerinitiativen verstehen sich auch als Katalysatoren zu der
für einzelne schwer überschaubaren Anbieterszene, wie etwa im
Bereich Leasing. "Den einen richtigen Partner gibt es nicht", sagt
RKW-Sachsen-Berater Gerstenberg. "Das entscheidet sich je nach
Leasingobjekt, Branche und Größenordnung der Investition." |
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