News

Verleihung des 8. Zukunftspreis 2005
an Franz Beckenbauer

 Der LIM-Vorsitzende Karl Braun berichtet über seine Teilnahme am Kongress der CDU-Sozialausschüsse im historische Bundestagsgebäude in Bonn:

Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm, jeder musste sich mit vorab verteilten Sicherheitschips und Reisepass ausweisen. Es waren viele hochrangige CDU-Politiker, populäre Sportler und viele vom Fernsehen bekannte Journalisten anwesend.

Die paralympische Gesellschaft ist vertreten mit ihrer mehrfachen Paralympic-Siegerin im Biathlon. Aufgebaut war ein Schießstand für Blinde. Die Zielfindung ist akustisch organisiert. Besucher, die Versuche gemacht haben, trafen selten ins Schwarze.

Die Postbank war mit einem großen Stand da. Dort hat sich Franz Beckenbauer den Besuchern präsentiert.

Auf dem Stand der Firma BMW war der frühere Zehnkampfweltmeister Hingsen präsent.

Der erste Teil der Veranstaltung bestand aus der Begrüßung im Plenarsaal durch den neuen CDA-Bundesvorsitzenden Weiß. Ein Grußwort sprach der erste Bürgermeister der Stadt Bonn und anschließend hielt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit Laumann eine Grundsatzrede, bei der er sich für Mindestlohnregelung und Beteiligung am Produktivkapital aussprach. Neben mir saß der baden-württembergische Dehoga-Präsident Fischer, er war nicht mit allem, was vorgetragen wurde einverstanden. Übrigens: Fischer war der einzige Baden-Württemberger, den ich kannte. CDU-Größen aus unserer Region habe ich keine gesehen.

Nach der ersten Pause folgte eine Talkrunde, moderiert von der Sportjournalistin Monica Lierhaus. Teilnehmer waren Henry Maske, der Sänger Peter Maffay, die Paralympic-Siegerin im Biathlon Verena Bentele, der Chefmanager von Arzneimittelhersteller Pfizer, der Journalist von Lojewski und die Modedesignerin Jette Joop. Thema war: Braucht Deutschland Vorbilder? Dies wurde dem Tenor nach bejaht. Bei Henry Maske klang durch, dass die Zeit der Wende für ihn sehr schwierig war und er heute noch damit zu kämpfen hat. Es folgte ein Gesprächsduell zwischen CDU-Spitzenkandidat Jürgen Rüttgers und dem Frühpensionär Rainer Calmund, ehemals Sportmanager Bayer Leverkusen. Eindeutiger Punktsieger, zumindest was die Rededauer anbelangt, Rainer Calmund.

Um 19 Uhr betrat Franz Beckenbauer mit Gefolge das Auditorium. Es kam zu einem gigantischen Medienrummel. Kameramänner und Fotografen haben sich um gute Standorte fast geprügelt. Mittendrin der souverän wirkende „Kaiser“. Das ganze direkt vor meinen Augen, weil ich einen hervorragenden Platz erwischt hatte.

Die Laudatio auf Beckenbauer kam von Prof. Burda, der viel Interessantes über das Leben von Franz Beckenbauer zum Besten gab und mit Bildern aus Beckenbauers Jugendzeit und seiner sportlichen Laufbahn illustrierte. Laut Burda hätten wir die Weltmeisterschaft ohne Franz Beckenbauer nicht nach Deutschland bekommen. Besonders nützlich hierbei sei seine Spielertätigkeit bei Cosmos New York gewesen, wo er hochkarätige Leute wie Pelé und Henry Kissinger kennengelernt hätte.

Es folgte der Auftritt des „Kaisers“, der offensichtlich mit dem Mundwerk genauso locker umzugehen versteht, wie mit dem Ball. Die Anfrage der CDA, ob der den Zukunftspreise annehmen wolle, hätte ihn überrascht und er hätte sich erst einmal kundig machen müssen, was CDA überhaupt bedeutet. Prof. Burda, sein Vorgänger als Preisträger, hätte ihn dann aber überzeugt und so stehe er nun hier. Über Burda meinte er: diesen hätte er vor 35 Jahren bei der Einweihung einer einfachen Hütte am „Wilden Kaiser“ kennengelernt. Schon dort habe er erkannt, dass Burda gerne redet und dies auch gut beherrsche. Die Fußballweltmeisterschaft 1954 habe er als 9-jähriger am Radio erlebt. Er hätte eigentlich gar nicht begriffen, was eine Weltmeisterschaft ist. Trotzdem sei er dann beim nächsten Straßenfußballspiel als Fritz Walter aufgelaufen. Dieser sei im Übrigen sein großes Vorbild gewesen. Als nächstes Ziel nannte Franz Beckenbauer, er bemühe sich um die Präsidentschaft der UEFA. Er hätte sich halt gedacht, dies wäre was für ihn. Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 sagte er: dies ist ein großes Glück für Deutschland. Die ganze Welt würde nach Deutschland schauen und er sei ganz sicher, dass dies für viele Jahre die letzte Weltmeisterschaft in Deutschland sei. Keiner von uns hier im Saal wird danach noch einmal eine Fußballweltmeisterschaft in Deutschland erleben.

Zum Abschluss spielte im Foyer eine Live-Band. In den Pausen traten Künstler, der zurzeit in Essen laufenden Musicalveranstaltung AIDA auf. Beim Weggehen beobachtete ich vor dem Eingang noch die Journalistenschar, die offensichtlich noch einmal auf Franz Beckenbauer lauerte.

zurück