|
Der LIM-Vorsitzende Karl Braun berichtet über seine Teilnahme
am Kongress der CDU-Sozialausschüsse im historische Bundestagsgebäude in
Bonn:
Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm, jeder musste sich mit vorab
verteilten Sicherheitschips und Reisepass
ausweisen. Es waren
viele hochrangige CDU-Politiker, populäre Sportler und viele vom
Fernsehen bekannte Journalisten anwesend.
Die paralympische Gesellschaft ist vertreten mit ihrer mehrfachen
Paralympic-Siegerin im Biathlon. Aufgebaut war ein Schießstand für
Blinde. Die Zielfindung ist akustisch organisiert. Besucher, die
Versuche gemacht haben, trafen selten ins Schwarze.
Die Postbank war mit einem großen Stand da. Dort hat sich Franz
Beckenbauer den Besuchern präsentiert.
Auf dem Stand der Firma BMW war der frühere Zehnkampfweltmeister
Hingsen präsent.
Der erste Teil der Veranstaltung bestand aus der Begrüßung im
Plenarsaal durch den neuen CDA-Bundesvorsitzenden Weiß. Ein Grußwort
sprach der erste Bürgermeister der Stadt Bonn und anschließend hielt
der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit Laumann eine
Grundsatzrede, bei der er sich für Mindestlohnregelung und
Beteiligung am Produktivkapital aussprach. Neben mir saß der
baden-württembergische Dehoga-Präsident Fischer, er war nicht mit
allem, was vorgetragen wurde einverstanden. Übrigens: Fischer war
der einzige Baden-Württemberger, den ich kannte. CDU-Größen aus
unserer Region habe ich keine gesehen.
N ach
der ersten Pause folgte eine Talkrunde, moderiert von der
Sportjournalistin Monica Lierhaus. Teilnehmer waren Henry Maske, der
Sänger Peter Maffay, die Paralympic-Siegerin im Biathlon Verena
Bentele, der Chefmanager von Arzneimittelhersteller Pfizer, der
Journalist von Lojewski und die Modedesignerin Jette Joop. Thema
war: Braucht Deutschland Vorbilder? Dies wurde dem Tenor nach
bejaht. Bei Henry Maske klang durch, dass die Zeit der Wende für ihn
sehr schwierig war und er heute noch damit zu kämpfen hat.
Es
folgte ein Gesprächsduell zwischen CDU-Spitzenkandidat Jürgen
Rüttgers und dem Frühpensionär Rainer Calmund, ehemals Sportmanager
Bayer Leverkusen. Eindeutiger Punktsieger, zumindest was die
Rededauer anbelangt, Rainer Calmund.
Um 19 Uhr betrat Franz Beckenbauer mit Gefolge das Auditorium. Es
kam zu einem gigantischen Medienrummel. Kameramänner und Fotografen
haben sich um gute Standorte fast geprügelt. Mittendrin der souverän
wirkende „Kaiser“. Das ganze direkt vor meinen Augen, weil ich einen
hervorragenden Platz erwischt hatte.
Die Laudatio auf Beckenbauer kam von Prof. Burda, der viel
Interessantes über das Leben von Franz Beckenbauer
zum Besten gab
und mit Bildern aus Beckenbauers Jugendzeit und seiner sportlichen
Laufbahn illustrierte. Laut Burda hätten wir die Weltmeisterschaft
ohne Franz Beckenbauer nicht nach Deutschland bekommen. Besonders
nützlich hierbei sei seine Spielertätigkeit bei Cosmos New York
gewesen, wo er hochkarätige Leute wie Pelé und Henry Kissinger
kennengelernt hätte.
Es folgte der Auftritt des „Kaisers“, der offensichtlich mit dem
Mundwerk genauso locker umzugehen versteht, wie mit dem Ball. Die
Anfrage der CDA, ob der den Zukunftspreise annehmen wolle, hätte ihn
überrascht und er hätte sich erst einmal kundig machen müssen, was
CDA überhaupt bedeutet. Prof. Burda, sein Vorgänger als Preisträger,
hätte ihn dann aber überzeugt und so stehe er nun hier. Über Burda
meinte er: diesen hätte er vor 35 Jahren bei der Einweihung einer
einfachen Hütte am „Wilden Kaiser“ kennengelernt. Schon dort habe er
erkannt, dass Burda gerne redet und dies auch gut beherrsche. Die
Fußballweltmeisterschaft 1954 habe er als 9-jähriger am Radio
erlebt. Er hätte
eigentlich gar nicht begriffen, was eine
Weltmeisterschaft ist. Trotzdem sei er dann beim nächsten
Straßenfußballspiel als Fritz Walter aufgelaufen. Dieser sei im
Übrigen sein großes Vorbild gewesen. Als nächstes Ziel nannte Franz
Beckenbauer, er bemühe sich um die Präsidentschaft der UEFA. Er
hätte sich halt gedacht, dies wäre was für ihn. Zur
Fußballweltmeisterschaft 2006 sagte er: dies ist ein großes Glück
für Deutschland. Die ganze Welt würde nach Deutschland schauen und
er sei ganz sicher, dass dies für viele Jahre die letzte
Weltmeisterschaft in Deutschland sei. Keiner von uns hier im Saal
wird danach noch einmal eine Fußballweltmeisterschaft in Deutschland
erleben.
Zum Abschluss spielte im Foyer
eine Live-Band. In den Pausen traten Künstler, der zurzeit in Essen
laufenden Musicalveranstaltung AIDA auf. Beim Weggehen beobachtete
ich vor dem Eingang noch die Journalistenschar, die offensichtlich
noch einmal auf Franz Beckenbauer lauerte.
|