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Brief an die Kultusministerin vom 28.02.2006

Sehr geehrte Frau Ministerin,
bei einer LIM-Veranstaltung im Haus von Herrn Teufel jun. (Nähe Spaichingen) habe ich Ihren Diskussionsbeitrag gehört und war sehr davon beeindruckt. Anschließend hatten wir noch ein kurzes, persönliches Gespräch in Sachen Wirtschaftsgymnasium Nagold. Dabei haben Sie Ihre ablehnende Haltung für mich nachvollziehbar begründet.

Vor kurzem war ich mit einer Delegation der IHK Nordschwarzwald zu einem Besuch im Europäischen Parlament in Brüssel. Dort diskutierte man auch das Thema Bildungspolitik und vor allem, die in Deutschland sehr erfolgreich praktizierte duale Ausbildung. Übereinstimmend erklärten uns die deutschen Abgeordneten, die Bildungspolitik sei „hochschullastig“. Auch aus Berlin, also von der Bundesregierung, kommen zu wenig Signale zur Unterstützung zur dualen Ausbildung. Man empfiehlt uns, als Mittelständlern, gegenüber der Bundesregierung auf die Notwendigkeit und die Vorteile der dualen Ausbildung verstärkt hinzuweisen.

In der Tat wird der Bildung in Deutschland inzwischen ein hoher Stellenwert eingeräumt. Vergessen wird dabei oft, dass ein großer Anteil der Bevölkerung aus verschiedenen Gründen für eine hochqualifizierte Ausbildung ungeeignet ist. Dieser Bevölkerungskreis hat die besten Chancen im gewerblichen Bereich, im Handwerk und bei Dienstleistungseinrichtungen. Dort ist auch die Bereitschaft vorhanden, junge, weniger begabte, jedoch willige Leute auszubilden und danach auch zu beschäftigen. Damit wird ein wichtiger Beitrag für den sozialen Frieden in unserem Land geleistet, der die volle Unterstützung aller politischen Kräfte verdient.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Braun

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