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HAITERBACH : Zur Diskussion, das Renteneintrittsalter noch über 67 Jahre hinaus anzuheben, erklärt der Vorsitzende der Liberalen Initiative Mittelstand, Karl Braun:
Die Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 70 oder gar 77 Jahre, geht an den Realitäten des Erwerbsverhaltens Älterer völlig vorbei. Viele Menschen können überhaupt nicht bis zu einer solchen starren Altersgrenze arbeiten. Schon heute – bei einem Rentenalter von 65 Jahren – erfolgt nur noch ein Viertel aller Rentenneuzugänge aus einer Erwerbstätigkeit, zudem werden häufig Menschen unter 60 aus dem Berufsleben gedrängt und in den Vorruhestand geschickt.
Die LIM fordert stattdessen einen flexiblen Rentenzugang bei gleichzeitigem Wegfall aller Zuverdienstgrenzen. Mit einem solchen flexiblen Modell werden Anreize geschaffen, auf der Basis einer freien Entscheidung länger zu arbeiten. Der Übergang vom Erwerbsleben in die Rente kann somit individuell gestaltet werden.
Eine weitere Anhebung des tatsächlichen Renteneintrittsalters lässt sich nicht durch Anordnung von oben erreichen, sondern kann nur gemeinsam mit den Betroffenen vereinbart werden.
Den Kernpunkten des FDP-Modells schließt sich die LIM an, diese sind:
1. Die Versicherten können ab dem 60. Lebensjahr den Zeitpunkt ihres Renteneintritts frei wählen. Voraussetzung ist alleine, dass die erworbenen Ansprüche auf Altersversorgung zum Zeitpunkt des Renteneintritts über Grundsicherungsniveau liegen.
2. Alle Zuverdienstgrenzen neben dem Rentenbezug entfallen. Der Zuverdienst ist sozialversicherungspflichtig. Damit werden aus dem Zuverdienst auch weitere Entgeldpunkte in der Rentenversicherung erworben, die rentensteigernd eingesetzt werden können.
3. Ergänzend werden die steigende Lebenserwartung und die damit einhergehende längere Rentenbezugsdauer direkter als bisher bei der Rentenberechnung berücksichtigt. Das ermöglicht mehr Generationengerechtigkeit.
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