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Leserbrief zum Thema Mindestlohn

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit mehr als 40 Jahren bin ich als Unternehmer selbstständig tätig. Zum Thema Mindestlohn
bitte ich jetzt, folgenden Leserbrief zu veröffentlichen, möglichst ohne Kürzungen.

Das Thema Mindestlohn beherrscht derzeit die Schlagzeilen. Dabei werden Horrorzahlen verbreitet und vor einer extremen Zunahme der Arbeitslosigkeit gewarnt. Dabei wird übersehen, dass es lediglich darum geht, ob die vorhandene Arbeit von regulär bezahlten Arbeitskräften erledigt wird, oder von Leuten, die zu Dumpinglöhnen oder subventionierten Löhnen beschäftigt werden. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass meine beiden Betriebe in den neuen Bundesländern von insgesamt 40 Arbeitsplätzen in den 90er Jahren inzwischen auf 3 Arbeitsplätze geschrumpft sind. Verursacht wurde dies durch Wettbewerber, die Dumpinglöhne bezahlen, manchmal auch staatlich subventionierte Mitarbeiter beschäftigen, oder auch mit Illegalen aus dem benachbarten Ausland arbeiten. Durch diese Machenschaften wurden nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen seriösen Betrieben, reguläre Arbeitsplätze vernichtet. Solche Vorgänge sollten in der öffentlichen Diskussion in Zukunft auch eine Rolle spielen.

Dass die Sozialdemokraten gerade jetzt in Wahlkampfzeiten dieses Thema benutzen, um aus ihren Umfragelöchern heraus zu kriechen, ist reine Heuchelei. Während ihrer Regierungszeit zwischen 1998 und 2004 hätten sie ohne Probleme einen Mindestlohn einführen können. Stattdessen haben sie wesentlich für die heutigen Zustände gesorgt.

Karl Braun, Haiterbach

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