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Auszug aus dem Artigel:
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"Frondienste für den Fiskus" nennt er sie: Wenn Karl Braun über die bürokratischen Lasten spricht, die ihm der Staat aufbürdet, schwingt ein gewaltiges Maß an Empörung mit. Weil er genau wissen wollte, wieviel ihn dieses Ärgernis kostet, hat der Mittelständler aus dem Schwarzwald seine Bürokratiekosten auf Euro und Cent berechnet. Sein Ergebnis alarmiert: Mehr als 1000 Arbeitsstunden jährlich wendet der Inhaber der Karl Braun Innenausbau GmbH in Haiterbach für Informations-, Dokumentations- und andere Pflichten auf, die Statistik-, Sozial- und Steuervorschriften verursachen.
Kein Wunder, dass Braun es satt hatte, solche Dienste für den Staat zu leisten. Daher stellte er Bundesfinanzminister Peer Steinbrück 41000 Euro in Rechnung. „Das entspricht exakt den Aufwand, der durch die Bürokratie in unserem Unternehmen entsteht“, erklärt der Handwerker. Seine Liste der Vorschriften, die er am liebsten kippen würde, ist lang. Über diese beiden Gesetze ärgert er sich aber besonders: Seit zwei Jahren muss er die Sozialversicherungsbeiträge für seine 40 Mitarbeiter faktisch zweimal abführen – zunächst geschätzte Zahlen in der Monatsmitte und schließlich die tatsächlichen Beiträge am Monatsende. „Das verdoppelt fast unseren Verwaltungsaufwand.“
Für überflüssige Kosten sorgt zudem die neue Vorschrift, dass kleine Kapitalgesellschaften ihre Bilanzen veröffentlichen müssen. „Allein die Eintragung ins Zentralregister kostet 330 Euro an Gebühren, dazu kommt der Aufwand, mit dem Steuerberater die Bilanzauszüge zu erstellen“, wettert Braun.
Um solche Lasten zu erleichtern, engagiert sich der Mittelständler auch auf Landesebene. In einer Kommission erarbeitete er für die baden-württembergische Regierung Vorschläge, welche Regelungen gestrichen werden könnten. „Doch das hat bislang wenig gefruchtet“, bedauert er.
Daher bleibt er skeptisch, wenn Politiker immer wieder beteuern, die Bürokratie abbauen zu wollen. So hatte auch der Finanzminister in seinem Antwortschreiben an Braun darauf hingewiesen, dass sich jetzt die Regierung verstärkt für dieses Ziel engagiere. Tatsächlich hat sie bereits zwei Mittelstandsentlastungsgesetze (MEG I und MEG II) durchgesetzt, um den Bürokratieaufwand zu verringern. Zudem führte sie vor einem Jahr den Normenkontrollrat ein, Gesetze im Hinblick darauf unter die Lupe nimmt, welche administrativen Pflichten sie den Unternehmen aufbürden.
Doch Braun schüttelt nur den Kopf: „Nein, von einer Entlastung spüren wir definitiv nichts.“
(Mit dieser Einschätzung steht der Handwerker nicht allein. Die Mittelstandsentlastungsgesetze bringen wenig, antworten die meisten Firmenchefs in der aktuellen ProFirma-Umfrage
zum Bürokratieabbau...)
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