Brief an Minister Pfister - Vergabe öffentlicher Aufträge
Sehr geehrter Herr Minister,
mit Recht wehrt sich der Baden-Württembergische Handwerkstag
und das gesamte baden-württembergische Handwerk, gegen die Absicht der Landesregierung,
vertreten durch den Finanzminister, das Gebäude für Ministerien an der Willy-Brandt-Straße, als Generalunternehmerleistung zu vergeben. Dies verstößt nicht nur gegen das Mittelstands-
förderungsgesetz, sondern es ist auch eine eklatante Benachteiligung
unseres Handwerks.
Bei einem Projekt dieser Größenordnung, wird bei einer Generalunternehmer
-Ausschreibung zwangsläufig ein großer Baukonzern zum Zuge kommen, der an
diesem Projekt möglicherweise etwas verdient, aber durch Abschreibungs-
regelungen und anderen Möglichkeiten wohl kaum Ertragssteuern bezahlt.
Handwerksbetriebe werden durch Knebelungsverträge und Preisdruck, in aller
Regel auch durch schlechtes Baumanagement, kaum Chancen bekommen,
kostendeckende Aufträge zu erhalten. Schließlich riskieren Auftraggeber bei Generalunternehmerbauten in aller Regel auch Preissteigerungen, Termin-
verzögerungen und vor allem Pfusch am Bau.
Jetzt ist meine Bitte, bei Ihren
Ministerkollegen vorstellig zu werden, um dort ein Umdenken zu erreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Braun
(Vorsitzender)