Hauptversammlung der LIM
Altensteig-Überberg. Prominenter Besuch hatte sich zur Hauptversammlung der Liberalen Mittelstandsvereinigung Nordschwarzwald (LIM) in Altensteig-Überberg angekündigt:
Europa-Kandidat Michael Theurer und Bundestagskandidat Reinhard Freitag - beide
gehen für die FDP im Wahlkreis Calw/Freudenstadt ins Rennen – gratulierten zum
zehnjährigen Bestehen der LIM.
Und dazu beinahe der kompletten Führungsriege zur Wiederwahl: Karl Braun
(Haiterbach) wurde als Vorsitzender bestätigt, Dr. Adolf Berenfeld (Altensteig)
als sein Stellvertreter, Stefan Burrer (Nagold) als Schatzmeister und Fritz
Bruckner (Haiterbach) als Schriftführer. Überdies führte die Liberale
Mittelstandsvereinigung das Amt des Pressereferenten ein, das nach
einstimmiger Wahl Christine Strienz aus Calw übernommen hat.

Bei allem Grund zu Feiern warf Karl Braun nach zehn Jahren LIM auch einen
kritischen Blick auf die eigene Entwicklung und die Politik. Die Zahl der Mitglieder
habe sich bei konstant 40 eingependelt, sagte er. „Das ist für mich überhaupt
nicht befriedigend.“ Um noch effektiver die Probleme des Mittelstands in Angriff
nehmen und mit stärkerer Stimme sprechen zu können, brauche der
Bezirksverband personelle Verstärkung. „Wir müssen die Resonanz in der
Öffentlichkeit verbessern“, sagte Karl Braun. „Die Einrichtung des Referats
für Pressearbeit bedeutet einen wichtigen Schritt in diese Richtung.“
Als herausragendes Ereignis im vergangenen Jahr der LIM nannte Karl Braun
den Besuch von Oswald Metzger beim Frühjahrsempfang der Kreis-FDP in
Calw-Hirsau. Der ehemalige Grünen-Politiker, haushaltspolitische Sprecher
und Obmann im Finanzausschuss des Bundestags nahm zur Frage „Will der
Wähler betrogen werden?“ Stellung und antwortet provokativ mit einem
klaren Ja. Das neue Jahr, das im Januar mit einem Gastspiel des
Ex-Wirtschaftsministers Dr. Walter Döring in der Pfrondorfer Mühle bei
Nagold begann, steht ganz im Zeichen der Wahlen. In den Reihen der LIM
finden sich zahlreiche Gemeinderatsbewerber; Karl Braun kandidiert für
den Calwer Kreistag.
Horbs Oberbürgermeister Michael Theurer, der dem FDP-Landesvorstand
angehört und einen Sitz im Europarlament anstrebt, sprach über EU,
Wirtschaftskrise und den Mittelstand. Bei der heutigen Gesetzgebung
entscheide die europäische Vertretung bereits in 50 Prozent aller Fälle mit,
sagte Theurer und beschrieb damit den Einfluss, den er selbst im Auge hat.
Dennoch: Die kommunale Selbstverwaltung müsse erhalten, „die Kirche im
Dorf“ bleiben. In Anbetracht der Wirtschaftskrise, die nicht von kleinen
Betrieben, sondern von Konzernen verantwortet sei, plädierte er für eine
allgemeine Steuersenkung – die allemal gerechter sei, als ausgesuchte
Branchen mit Abwrackprämien oder Konjunkturpaketen zu vorübergehender
Linderung zu verhelfen.
Bundestagskandidat Reinhard Freitag, Spanischlehrer am Wirtschaftsgymnasium
in Freudenstadt, stellte sich den LIM-Mitgliedern vor. „Wir brauchen eine neue
Menschlichkeit“, beschrieb er seinen umfassenden Ansatz. Als seine politischen
Schwerpunkte zählte er unter anderem Bildung auf, „ohne allerdings den Bezug
zum Arbeitsleben zu verlieren“, die gerechte Verteilung der Milliarden aus den Konjunkturprogrammen, die Förderung der mittelständischen Wirtschaft anstatt
sich auf Großkonzerne zu fokussieren sowie die Unterstützung des Tourismus
auf allen Ebenen
.