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Betriebsbesuch Walter Knoll Herrenberg am 07.05.2010
Der Herrenberger Möbelhersteller Walter Knoll, benannt nach dem verstorbenen Gründer,
gewährte Mitgliedern der LIM Nordschwarzwald und Böblingen einen Blick hinter die Kulissen
des Unternehmens. Walter Knoll gehört zu den international führenden Herstellern wertiger
Polstermöbel und anspruchsvoller Objekteinrichtungen.
Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1865, als Wilhelm Knoll in Stuttgart
die Produktion von Sitzmöbeln aufnimmt und das „Leder Geschäft“ gründet. Schon
bald stellt sich der Erfolg ein, Knoll wird Lieferant des württembergischen Königs. 1907
übernehmen die Söhne Walter und Wilhelm (genannt Willy) gemeinsam das Unter-
nehmen Wilhelm Knolls. Willy eröffnet gleichzeitig Filialen in Wien und St. Petersburg.
Walter Knoll schlägt 1920 seinen eigenen Weg ein und gründet eine eigene Polster-
möbelfabrik. Er grenzt sich von seinem Bruder optisch durch andere Farben ab und
indem er Stoffe statt Leder verwendet. Die Unternehmen beider Brüder gedeihen.
Der räumliche Abstand zwischen den Gebrüdern Knoll, die weiterhin auf Expansions-
kurs segeln, vergrößert sich im Jahr 1937, Walter zieht von Stuttgart ins 40 Kilometer
entfernte Herrenberg. Der Zweite Weltkrieg bringt den Höhenflug beider Unternehmen
zum Erliegen. Die Produktion wird auf kriegswichtige Artikel verlagert.
In den Nachkriegsjahren beginnt der erfolgreiche Wiederaufbau – und der
Generationswechsel. Dieter Knoll übernimmt 1950 das Unternehmen seines ver-
storbenen Vaters Willy und Walter Knoll übergibt 1964 das Ruder an Robert Knoll und
Dr. Walter Combe. 1971 stirbt Walter Knoll im Alter von 94 Jahren.
Nach erfolgreichen 70er-Jahren übernehmen 1982 Michael Knoll und Stephan Combe
die Geschäftsleitung von Walter Knoll und drei Jahre später auch von Wilhelm Knoll.
1993 geht das traditionsreiche Familienunternehmen in den Besitz einer anderen Familie
über: Rolf Benz. Die Geschäfte leitet bis heute Markus Benz.
Auch unter den neuen Inhabern wird die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Ein
zusätzlicher Produktionsstandort entsteht 2001 in Mötzingen. Fünf Jahre später feiert
das Unternehmen die Einweihung des Multifunktionsgebäudes in Herrenberg.
Heute ist Walter Knoll eine Firma mit mehr als 200 Mitarbeitern und einer Tochterfirma
in Australien. Die Möbel, die laut Pressereferentin Tamara Karcher ein „Ausdruck des
modernen Wohnens“ sind, entstehen in enger Zusammenarbeit mit renommierten
Architekten und Designern. Möbelentwicklung sei immer Chefsache bei Walter Knoll.
„Markus Benz ist bei jedem Entwicklungsprozess dabei“, so Tamara Karcher. „Wichtig
ist vor allem die Qualitätssicherung. Sie ist ein Teil der Wirtschaftlichkeit. Denn viel Geld
macht man mit Produkten kaputt die nicht in Ordnung sind und zurückkommen“, so
Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Benz.
Der Vorsitzende der LIM Nordschwarzwald, Karl Braun, bedankte sich im Anschluss
an
die Führung durch die Produktions- und Ausstellungsräume: „Wir können
stolz sein in
unserer Region Firmen wie Walter Knoll und Rolf Benz zu haben.
Sie haben immer gezeigt,
dass man auch in Krisenzeiten nach vorne schauen
und sich weiterentwickeln muss.“
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