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Leserbrief: Neulich hat mich ein Leserbriefschreiber als Mensch von gestern bezeichnet. Nach Ihrem Kommentar vom 05.Juli 2010, sind Leute von gestern Menschen, die bis heute nicht begriffen haben, dass mehr zu verteilen als erwirtschaftet wird, auf Dauer nicht gut geht. Dagegen haben Leute von vorgestern, denen ich mich gern zurechnen lasse, unser Land zwischen 1945 und 1970 aus Schutt und Asche aufgebaut, ohne dafür nennenswert Schulden zu machen. Dies war auch eine Zeit, in der jeder ohne Probleme einen Ausbildungs- und Arbeits- platz bekam und sich darüber hinaus, bei entsprechendem Leistungswillen, selb- ständig machen konnte. Verantwortlich dafür waren Leute von vorgestern, wie Konrad Adenauer, der zwar kein ausgesprochener Wirtschaftsfachmann war, aber, im Gegensatz zu Kohl und Merkel, genug Intelligenz besaß, fähige Leute wie Prof. Erhard, den Vater unseres Wirtschaftswunders, mit ins Boot zu nehmen. Mit Willi Brandt, Helmut Schmidt und Konsorten kamen dann um 1970 die ewig gestrigen an die Macht, die glaubten, das Volk mit Wohltaten beglücken zu müssen, ohne dafür zu sorgen, dass die notwendigen Ressourcen erwirtschaftet wurden. In dieser Zeit wurden die Grundlagen für die heutigen Probleme gelegt. Von da ab sind die Staatsausgaben explodiert, mit jährlichen Schuldenzuwächsen, die höher waren als die zwischen 1945 und 1970 insgesamt gemachten Schulden. Inzwischen ist die unvorstellbare Summe von 1.700 Milliarden Schulden aufgelaufen, die pro Jahr ca. 100 Milliarden Schuldendienst verschlingt. Die Leute von heute stehen diesen Problemen unfähig gegenüber, ohne etwas dagegen zu tun. Sie versuchen sich durch Schönreden und Mogelpackungen, über die Runden zu retten und sind schlitzohrig genug, dabei den Bürgern immer neue Lasten aufzubürden. Unsere allseits beliebte Kanzlerin aus dem Osten, die offensichtlich von Finanzen und Wirtschaft nichts versteht, hat die bemerkenswerte Gabe, Kritiker kalt zu stellen und ist wohl nicht in der Lage zu begreifen, dass sie durch das Abservieren von Fachleuten, wie Dr. Kirchhof, Friedrich Merz und viele andere, das untergehende Schiff nicht mehr auf Kurs bringen kann. Zu hoffen bleibt, dass sich das Wahlvolk bei den nächsten Wahlen, die vermutlich erst 2014 anstehen, nicht wieder von Nebelkerzen und Versprechungen blenden lässt. Karl Braun, Haiterbach
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