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Leserbrief zu Stuttgart 21

Es gibt sicher ebenso viele gute Argumente für Stuttgart 21, als auch Gegenargumente.
Mir persönlich fehlt der Sachverstand, hier selbst ein zuverlässiges Urteil zu fällen.
Dies gilt sicher auch für 99% der Bürger im Lande. Deswegen werden die Auseinander-
setzungen bei Stuttgart 21 auf emotionaler und nicht auf sachlicher Ebene ausgetragen.
Man kann sicher auch darüber streiten, ob ein ca. 100 Jahre alter Bahnhof noch den
heutigen Anforderungen genügt, oder nicht.

Ein Wirtschaftsbetrieb wäre allerdings mit einer 100 Jahre alten Einrichtung am
Ende und würde aus dem Wettbewerb ausscheiden. Zudem vergessen die
Gegner von Stuttgart 21, dass sie mit ihren Protesten viel zu spät kommen.
Schon jetzt sollte für das Projekt fast 1 Milliarde an Planungskosten, Gutachten
und vorbereitenden Baumaßnahmen ausgegeben worden sein. Zudem
existieren Verträge mit Büros und Baugesellschaften, die in einem Rechtsstaat
nicht einfach gekündigt werden können. Ein Abbruch der Verträge wäre
rechtswidrig und für die betroffenen Firmen und deren Mitarbeiter katastrophal,
außerdem würden hohe Schadenersatzsummen fällig werden, die letztendlich
auch der Steuerzahler trägt, von den Kosten für die Polizeieinsätze ganz zu
schweigen. Der Ruf nach mehr Bürgerbeteiligung wird regelmäßig bei Protest-
aktionen laut. Wenn es dann um Übernahme von Verantwortung geht, z. B. bei
Kommunalwahlen, wird es schnell recht leise.

Karl Braun, Haiterbach

 

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