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Presseerklärung zur Veranstaltung mit Gerhard Schorr

Bekommt der Mittelstand in Zukunft noch Kredite zu erschwinglichen Konditionen ?
Wie ist die Finanzsituation für kleine- und mittelständische Unternehmen ab Januar 2007 ?

Kreis Calw.
Die Liberale Initiative Mittelstand Nordschwarzwald mit ihrem Vorsitzenden Karl Braun konnte zu dieser wichtigen, umstrittenen Materie einen hochkarätigen Referenten begrüßen, welcher seit Jahren das Thema „Basel II“ begleitet.
Der Vorstand der Genossenschafts- und Raiffeisenbanken, Gerhard Schorr war eigens zu diesem Thema nach Nagold in die Volksbank gekommen. Karl Braun bedankte sich bei Jörg Stahl, dem Vorstandsmitglied der Volksbank Nagoldtal besonders herzlich, dass diese für den Mittelstand so wesentliche Veranstaltung im Bankhaus stattfinden konnte. Jörg Stahl begrüßte den prominenten Vorstand und teilte erfreut mit, dass die Volksbank Nagoldtal mit 170 Arbeitsplätzen eine führende Bank am Standort Nagold ist. Selbstverständlich seien die laufenden neuen bürokratischen Anforderungen für kleinere Banken nicht immer einfach zu bewältigen. Jörg Stahl machte einmal mehr deutlich, dass die kleinen und mittleren Unternehmen und Privatleute für die Volksbank ganz wesentlicher Bestandteil ihrer Kundenbetreuung darstellen. Karl Braun von der LIM kennt die Sorgen und Nöte der vielen kleinen und mittleren Unternehmen im Kreis Calw genau und weiß, welche Problematik in den letzten 5 Jahren für viele Betriebe entstanden ist. Berufsgenossenschaften, Insolvenzumlagen und so weiter, sowie die teuerste Auflage in letzter Zeit: die vorgezogene Abgabe der Sozialbeiträge. Karl Braun hob hervor, wie wichtig es sei, die Politik verstärkt auf diesen Bürokratiewust aufmerksam zu machen. Ein großer Erfolg, so sagte er, war das nun durchgesetzte neue liberalisierte Vergaberecht im Kreis Calw, das so genannte Bayerische Modell, das in dieser Art und Weise in Baden-Württemberg bewilligt werden kann.
Geno-Vorstand Gerhard Schorr stellte in seinen Ausführungen zur Finanzierung des Mittelstandes fest, dass das Rating mehr Sicherheit schafft und die Finanzierung für viele kleine und mittlere Unternehmen verbessert werden konnte. Der Vorstand der Volks- und Raiffeisenbanken machte anhand von Schautafeln deutlich, dass die Risiken in den letzten Jahren für die deutsche Kreditwirtschaft überproportional angestiegen sind und um die zukünftige Kreditsicherung wahren zu können, neue Überlegungen zur Finanzierung des Mittelstandes unerlässlich gewesen seien. Das „Schreckgespenst Basel II“ sei allerdings gebannt. Dafür drohe jetzt ein neues Bilanzierungs-recht, wieder ausgehend von den USA. Demnach soll welt-weit für alle, ob Groß oder Klein, das gleiche Bilanzierungsrecht angewandt werden. Dies wäre eine Katastrophe für Klein- und Mittelbetriebe und muß deshalb unbedingt durch die Politik verhindert werden, so Gerhard Schorr und wandte sich direkt an Beate Fauser MdL mit dem Hinweis, dass sie und ihre politischen Mitstreiter hier gefordert seien.
Die Banken und die Mittelständler müssten jedoch in Zukunft noch enger und vertrauensvoller zusammenarbeiten. Gerhard Schorr betonte, dass mittelfristig eine positive Kapitaldienstfähigkeit der Unternehmen Bedingung sei, wenn eine Kreditvergabe stattfinden soll. Durch eine falsche Steuerpolitik konnten sich viele Firmen in den letzten Jahren keine vernünftige Eigenkapitalquote erarbeiten. Für Unternehmen ohne ausreichende Kapitaldecke sei es schwierig, schlechte Konjunkturphasen durchzustehen, da Rücklagen fehlen, um Defizite über einen gewissen Zeitraum hinweg verkraften zu können. Die Politik müsse darauf achten, dass bei einer Unternehmenssteuerreform dringend die Eigenkapitalquote von Unternehmen gestärkt wird. Es gälte, dringend darauf zu achten, dass sich die Bonität verbessert. Die Unterstützung durch die mittelständische Beteiligungsbank sei für viele Unternehmen im Moment ein wichtiges Element, um die Kapitalsituation aufzubessern, auch die Bürgschaftsbank im Lande könne für das einzelne Unternehmen im Moment sehr wichtig sein.
Selbstverständlich müssen Unternehmen zukünftig ihre Betriebsabläufe optimieren, Kostensenkung ist wichtig. Ordentliche Kapitalquote, Controlling, eine gewisse Gewinnvorausbetrachtung und Zukunftsplanung werde von noch größerer Bedeutung sein, so Schorr.
Die nächste Veranstaltung der Liberalen Initiative Mittelstand ist am 16. November in Höfen/Enz, der Horber Oberbürgermeister und Landtagsabgeordnete Michael Theurer wird das Thema „Finanzen“ zur Diskussion stellen.

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